Woot

Rollendes Meer
Wogen aufgeschäumt
Gleich dem Herz
Genährt von dumpfem Verstand

Im Kopf das Meer
Die Brust nur Woge
Der Hals krächzt
Wie harte Gischt

Dunkles Dampfgetürm
Donner Gefühl Vernichtung
Atmer Sehnsucht zerrt die Rippen
Kopf sucht Sonnen zwischen Wolkenfetzen

Einer sagt Arbeit, zwei sind froh

In der Tiefe der Brust
Ein Herz sucht
Im geschützten Kopf
Das Hirn martert

Getroffen den Anderen
Die Qual fortgeht
Und im Gleichklang
Schreiten neben voran

Wohl dem Wort
Das zueinander führt
Aus Minuten des Traumes
Wahres geboren

Noch hier nicht hinten

Leb weit
Leb fort
Dein Herz ist angekommen
Wo dein Geist noch sucht.

Ein schöner Ort benetzt die Haut
Hinter deinen Augen
Nur deine Windungen wollen nicht
Was Dein Herz so sehnsuchtsvoll sucht

Leb weg
Leb vorbei
Dein Wesen ist des Weges
Deine Seele keine Welt

Le Misanthrop

Ich habe mich entfernt

Von all denen
Mit Melodien
Mit der zeit die sie zerstören.

Ich will sie nicht sehen
Ich kann sie nicht riechen.

Ich sterbe eher als diese Selbstgröße ertragen müssen.

Ich drehe mich weg.

Immer Langatmung
Sich selbst beschmieren
Mit Honig der Welt.
Jedoch die Welt nicht durchdringen.

Und wenn keiner klatscht. Brüllen.
Dass auch ja alle hören den Ton
Den Krach der Kleingeister.

Hannes Norden
2011

Verdammtes Ich

Die Worte die ich spreche, verstehst du nicht.
Das es so ist, verlange ich nicht.
Das dies Gedicht erklärt, vermag es nicht.

Aber lass doch
Aber lass doch
Aber lass doch

Mich für dich

Soviel ich.

Verzeih, ich kann es nicht.
Unendlich ich.
Nie mehr ich.

Aber lass doch
Aber lass doch
Aber lass doch

Endlich mich
für Dich

Die Seiten der Jahreszeiten I

Heftig der Wind um die Wangen streift
Niesel und Wolken die Sonne vertreibt
Berge von Wasser am Kai sich türmen
Alles und Jeder gebeutelt von Novemberstürmen

Doch kann solch Wetter den Tag uns nicht verprellen
Die Freude sind wir
Und Licht ist im Herzen, und Energie
In deinen grauen Zellen

Drum frohlocke zu jeder Jahreszeit
Ob der November nun Stürmt
Oder der Dezember schneit
An jedem Tag steht das Glück bereit

Dass du betrogen wirst
Von deinem Nächsten
Dass du verlacht wirst
vom besten Freund
Dass dein Gemüt ist dunkel
Wie der Himmel

Groß ist die Hoffnung
Auf Leichtes in naher Zeit
Groß dass Vergessen
Über eigene Unzulänglichkeit

Also wartet ruhig auf den Frühling

Panische Langsamkeit

Still der Tag
Im Grau vor sich dämmert
Ein einzelner Schrei
Dann Ruhe

Eis pfeift der Wind
Durch Geäst und um Häuserzeilen
Ein einzelner Schrei
Dann Ruhe

Nebel liegt
Im Licht
Die Sonne geht auf
Ein einzelner Schrei
Dann Ruhe
Es reckt sich
Es streckt sich
Es wacht
Es lebt
Ein einzelner Schrei
Dann Krach

Konkrete Poesie

FLASCHE
FLASCHE
FLASCHE
FLASCHE
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Hoffe

Dort läuft die Hoffnung
geht von uns fort
nicht halten können
wollen
dürfen
kein Versprechen hält Wort

.

Wie nah sie streift
dein wollend Herz
mach es schnell
rasend
still
jetzt bleibt der Schmerz

HN©2010